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Geschichte des Dorfes Freckhausen

Erstnennung

1295 wurde der Ort das erste Mal urkundlich erwähnt und zwar „Ritter Arnold v. Elverfeld bezeichnet Adolf von Wereckenhusen, dessen Sohn Erkenbert und dessen Verbündete als seine Widersacher (Lokalisierung unsicher)“.

Sichere Erstnennung: 1443 und zwar als Wreckynckhusen. „Einkünfte des Apostelstiftes“.

Geschichte

Freckhausen gehört zum Gebiet des ehemaligen Reichshofs Eckenhagen (spätere Bürgermeistereien Eckenhagen und Denklingen), den Kaiser Friedrich Barbarossa laut ältester Urkunde über Eckenhagen vom 1. Aug. 1167 seinem Erzkanzler Rainald von Dassel, Erzbistum zu Köln schenkte. Es war der Lohn für den durch seine und des kölnischen Heeres Tapferkeit erfochtenen Sieg über die Römer.

„Ferner gewähren und schenken wir ihm und seinen Nachfolgern für alle Zeiten unsren ganzen Hof zu Eckenhagen samt seinen Leuten, Besitzungen, Silbergruben und allen anderen Gerichtsamen und allem Zubehör des Hofes“.

Nach der am 27. Mai 1257 von Sayn an Berg übertragenen Gerichtsbarkeit, die als Zeichen der Landeshoheit galt, führte das Gebiet den Namen „Eigen von Eckenhagen“, sowohl auch,weil es ringsum von anderen Hoheitsgebieten umgeben war. 1575 schließlich kam es durch Zeugenverhöre und Grenzbegehungen zur Festlegung der Grenze zwischen Homburg und Berg, ein Anlass, dem die Karte vom Amt Windeck, die von Arnoldus Mercator nach bergischen Ansprüchen entworfen wurde, ihre Entstehung verdankt.

Nach den Grenzakten verlief sie „Von Merkhausen im Kirspel und Eigen von Eckenhagen bis nach Freckhausen und hoeff hero, von danen an die Buche bei den Hungerkauser Kirchwege“.

Zu dieser Zeit geht man von 134 Ortschaften im Eigen von Eckenhagen aus, davon 12 Dörfer (u. a. Freckhausen), 87 Weiler, 25 Höfe und 6 Etablissement = gewerbliche Anlagen.

Im Kirchenspiel Eckenhage bestanden bis Anfang des 19. Jahrhundert, wo die rechtlichen Unterschiede zwischen Ritter- Sattel- und Bauerngut beseitigt wurden, 6 Sattelgüter, davon muss Freckhausen ein sehr großes gewesen sein. Am ehemaligen Burgweiher steht eine Scheune, die man wohl aus Mauerresten der Burg errichtete. Darin hatten die reichsbegüterten Herren von Freckhausen gewohnt, in deren Besitz das Schultheißenamt von Much war. Unter den Lehnsleuten des Amtes Windeck wird im Jahre 1587 ein Wilhelm von Freckhausen genannt, verpflichtet, „auf Erfordern mit Schwert und Harnisch zu dienen“. Pächter das adeligen Gutes war zu dieser Zeit Johann Sorge.

Orgelbauer Gebrüder Kleine

Die Gebrüder Kleine aus Freckhausen waren um ca. 1770 bekannte Orgelbauer, die anspruchsvolle Orgeln u. a. in Attendorn (1775) , in Lennep und Hagen (1779) in Gummersbach (Vertragsabschluß 1781) bauten. Für die Kirche in Eckenhagen wurde 1782 ein Kostenvoranschlag ausgearbeitet, die Realisierung erfolgte später.

Christian Heyden und Christian Schmidt - ein schwergewichtiges Kapitel der rheinisch-bergischer Architekturgeschichte

Leopolt Schmidt (1776 -1851) war als Unternehmer schon frühzeitig mit Wasserbauten an der Wupper beschäftigt. Von Freckhausen aus als Unternehmer wurden viele Wehrbauten und Hammerwerke an der Wupper ausgeführt.

Der Sohn Christian Schmidt (1805 -1865) übernahm die Firma 1836 in Dahlhausen a. d. Wupper. Seine Bedeutung liegt im Wasserbau (u. a. Talsperrenbau) sowie die Errichtung großer Industrieanlagen nach den Plänen seines Jugendfreund Christian Heyden (1803-1869) aus Freckhausen .

Der nur zwei Jahre ältere Christian Heyden wurde ebenfalls in Freckhausen geboren und wuchs auf in enger Nachbarschaft zur gegenüber an der gleichen Straße lebenden Familie Schmidt.

Heyden besuchte die Bauakademie und absolvierte eine Prüfung als Privatbaumeister. Er war auf allen Gebieten des Bauwesens tätig, baute mehrere Kirchen, bedeutende Profanbauten sowie aufwendige Fabrikbauten.

Bergbau

Der Ort Freckhausen ist im unteren Dorfbereich von alten Bergwerkstollen unterhöhlt, dies führte bis Mitte der 80er Jahre immer wieder zu Straßenschäden oder zum Verschwinden (bisher nur) ganzer Bäume. Der Förderschacht befand sich unmittelbar neben dem alten Dorfteich.

Veröffentlichungen über Freckhausen

  • Broschüre von 1995: Dorfchronik über Freckhausen: "Freckhausen – Ein Dorf im Oberbergischen"
  • Friedrich Pohlmann berichtet in seinem Buch: „Köstliches Leben in sieben Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts“ (2003) über die Kindheit und sein Elternhaus in Freckhausen